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Nov 24

Sigi Hiss – Trentino Tagebuch

Tag: Regionensigi.hiss @ 14:39

27.11.2010

Gegen 6:30 aufgestanden & trentinoam morgen „ besucht“. In einer typisch italienischen bar, cafe & brioche bestellt. Beim genießen dieses feinen morgendlichen italienischen rituals, das erwachende trento beobachtet, urlaub pur. Das ruft erinnerungen an meine zwei jahre mailand wach. Im hotel dann die obligatorischen rühreier mit speck, nochmal einen cafe & einen frischen obstsalat dazu. Es kann mit vollen, sensorischen akkus losgehen.

Die autofahrt im kleinen bus ist wie immer recht lustig & unterhaltsam. Es redet meist eh nur einer, der manni von der enterprise & der rest der truppe hält sich den bauch vor lachen. Die geschwindigkeit, mit der er satz an satz aneinander presst, ist gewaltig. Da kapituliert auch schon mal die luzia schrampf, ihres zeichens wienerin & eigentlich an die wiener schnellsprech-kaskaden gewöhnt.

Auf dem weingut maso martis werden wir vom besitzer begrüßt, seine frau liegt im bett & kann uns leider nicht empfangen. Macht nichts, die paar stufen hoch zu ihrem schlafzimmer schaffen wir auch noch. Rausgerutscht. Der ehemann schien für einen kurzen moment leicht irritiert.

Wir halten uns nur kurz mit den üblichen erklärungen auf, es wissen alle anwesenden mit der klassischen flaschengärung etwas anzufangen. Die ersten zwei weine sind stille chardonnays, je eine stahltank- & eine barriqueversion. Beide zu einem hervorragenden plv, wobei mir der barriquewein noch eine spur zu viel holz hatte. Waren wir uns noch einig bei den stillen, so herrschte wenig bis gar keine einigkeit als wir zu den CO2 lern kamen. Für den einen teil der truppe mit Schimmelpilznoten, somit schlichtweg fehlerhaft. Für den andern teil, einer davon war der autor, war das einfach eine eigene stilistik. Mir persönlich kalkstaub, feuerstein & manche sponti rieslinge von der mosel ins gedächtnis rufend. Da fallen einem spontan die reinhold haart rieslinge ein, die oft mit einer frischen wiesenchampignonnote aufwarten. Ich also fand die TRENTODOC’s von maso martis außergewöhnlich, außergewöhnlich gut mit viel charakter & noblem fast aristokratischem stil. Wein wird immer wieder auch unter fachleuten, kontroverse & somit den horizont erweiternde diskussionen auslösen. Das ist wichtig & muss einfach so sein, unter weinfachfrauen oder weinfachmännern.

Cantina endrizzi. Sehr schön gelegen, was die meisten trentino weingüter sind. Technisch mit allem ausgestattet, was heute an logistischem & technologischem know how verfügbar ist. Wert wird auf sehr naturnahe & umweltschonende weinerzeugung gelegt. Fungizide, herbizide & dergleichen sind verbannt worden & es wird versucht die rebberge mit den mitteln der natur in einem vitalem zustand zu halten. Moderne technik- & naturnah scheinen sich also nicht automatisch auf die füsse zu treten.

Die weissweine benötigen sehr viel luft, um sich die reduktive note wegzulüften. Die rotweine & zwar in jeder preiskategorie, sind immer deren preis gerecht. Eine premiere für mich war der gran masetto, eine art vintageport light aus der teraldego rebsorte. Das light ist keinesfalls als kritik zu sehen, sondern als großes kompliment! Mindestens in gleichem masse faszinierend war der gran masetto dolce, auch aus der teraldego traube. Noch nicht im verkauf & nur in geringen mengen verfügbar. Eine wunderbare symbiose aus rot- & süsswein. Passt. Passt zu schokolade. Passt zum espresso. Passt zum schokoladenkuchen. Für die weine aus ihrem maremma-weingut serpaia blieb leider keine zeit mehr, war schade aber leider unumgänglich. Sitze ich im trentino, haben die weine aus dem trentino vorrang. In der maremma, die der maremma.

Das schlemmen kam in der trattoria vecchia sorni definitiv nicht zu kurz, wie im wohnzimmer sitzt man dort & bekommt einheimische, & ehrlich zubereite gerichte. Netter, unkomplizierter service plus wunderschöne ausblicke ins tal, inbegriffen. Empfehlenswert.

zu einem der riesen ging es dann – rotari. morgen mehr dazu.

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Die kleine, fast schon anschmiegsame, trattoria & dann die große, weitläufige & industriell wirkende genossenschaft rotari – viel weiter auseinander können gegensätze nicht sein. Damit will ich auf keinen fall den eindruck vermitteln, das eine oder andere sei schon mal per se besser….wertvoller……ehrlicher……oder gar ethischer. Nein. Groß nicht = schlecht UND klein nicht = gut!

Was enttäuschend war bei rotari: die führung bzw. was man uns an programm angeboten hat. Touri runde, mehr nicht. Den keller, die traubenannahme & etwas nullachtfünfzehn blablabla. Was mir an dem herrn der uns rotari gezeigt hat, sehr gefallen hat, war seine ehrliche meinung über die konkurrenz im trento. Offen hat er die qualitäten manch anderer produzenten gewürdigt. Die degustierten weine waren ok, vor allem unter dem licht des verkaufspreises.

Mit spirituosen aller art, sei es cognac, grappa, whisky, fruchtbrände, kann ich nichts anfangen. Stimmt nicht ganz, ich rieche mit allergrößtem vergnügen daran, hänge die nase minutenlang ins glas. Zum trinken ist mir das alles zu viel alkohol, zu heftig. Was mich dann aber doch interessiert ist der prozess der produktion, das ist hochinteressant. Der junge mann, der uns die destillerie bertagnolli zeigte, war mit einem eifer & einer hingabe bei der sache, dass es eine echte freude war ihm zu zuhören. Als wir hinterher einige grappe verkosteten, habe ich sogar bei zweien (ja richtig es waren doch so viele) nicht nur daran gerochen.

Ach ja fast vergessen. Laut einem mitglied der gruppe, gibt es sogar grappe „die einem aufs fahrrad helfen“. Das war mir/uns bis dato noch nicht bekannt gegeben worden & dazu noch von einer dame. Einhellig waren wir der meinung, dass der rest der truppe auch ohne grappa aufs fahrrad kommt. Ich habe das natürlich den abend lang genüsslich ausgekostet, aber das bereitgestellte fahrrad wollte sie dann doch nicht nehmen, zurück nach trento. Wir hätten auch alle für eine flasche grappa, als wegzehrung, zusammengelegt – da hätte sich KEINER von uns lumpen lassen!

Im, mit einem * dekorierten restaurant SCRIGNO DEL DUOMO, haben wir dann den abend bzw. die reise sehr gemütlich, mit entspannten gesprächen & bei gutem essen ausklingen lassen. Bis auf das hirsch- oder rehfilet, ich weiß es nicht mehr genau, war alles einfach hervorragend. Es war etwas zu trocken & dadurch mit zu festem biss versehen. Die stadtführung am nächsten morgen habe ich dann nicht mitgemacht, so schön & interessant sie auch gewesen wäre. Mein zug fuhr am anderen morgen um uhr 10:00 ab. Wegen einer halben stunde & um danach zum bahnhof zu hetzen, evtl. den zug zu verpassen – nein. Mit sicherheit werde ich das im sommer an südtirol vorbei fahren & das trentino mitsamt seinen weingütern besuchen. Und mit sicherheit werde ich dann auch wieder die heuer neu kennengelernten restaurants & trattorien besuchen. Und das ganze alles nochmal bei sonne & von den wunderschönen terrassen genießen, mit einem glas TRENTODOC in der hand.

Trentino ist wirklich eine reise wert! Es stimmt küche & wein! Es stimmen die menschen!

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26.11.2010

trento, uhr 6:05, es schneit & erinnert mich irgendwie an die 3wettertaft werbung von früher……und die frisur hält. bei meiner gibt es da ja nicht sehr viel zu halten. aber schnee, nachdem gestern abend die sterne funkelten, bist du deppert wird wohl die kollegin luzia schrampf vom wiener standard, nachher dazu kommentieren. ein paar impressionen von heute morgen, rund um das hotel:

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Pünktlich wie die maurer ging es los zum weingut von elisabetta foradori. Ein sehr warmherziger empfang, schneetreiben & außergewöhnliche weine – so könnte die kurzform lauten. Aber der reihe nach. Elisabetta foradori lies sich entschuldigen & von der 2. dame des hauses auf das sympatischste vertreten. Es hat schon was eigenartiges an sich, wenn man sich ende november inmitten von schneeflocken, die philosphie des weingutes foradori anhört. Im hinterkopf, dass der lago di garda vom weingut foradori nicht gerade unendlich weit wegliegt. Nichts was man schon gesehen hätte, so das fazit der kellerführung. Auch amphoren sind ja inzwischen nicht mehr der allerletzte trend. Aber selten findet man weine, bei denen man die anschaffung solcher amphoren als gerechtfertigt ansehen kann. Foradori hat einen nosiola in amphoren ausgebaut bzw. vinifiziert. Fontanasanto genannt. Nosiola kennt man hier vom vinsanto, nicht sehr aromatisch, eher neutral daher kommend. Die trauben wurden abgebeert, nicht angepresst & dann sofort direkt in die amphoren gebracht – ohne sonstige weitere zusätze oder vorarbeiten. Bis in den mai diese jahres, hat man sie sich selbst überlassen. Im kalten keller stehend & nicht in den boden eingelassen, wie sonst üblich. Und der wein, sprich der fontanasanto? Nische, eigener stil, kontrovers diskutiert & aus meinem blickwinkel mit sehr viel charakter versehen. Ein erdiger, leicht oxidativer, trotzdem ungemein vitaler & nerviger weißwein. Grazile eleganz, fast schwebend aber keinesfalls dünn oder blechern oder fad schmeckend. Eine eleganz, die nicht für die laufstege der luxusweine geschaffen ist. Nein, das ist ehrliche, ungeschminkte feminine eleganz – nicht bis ins letzte detail geschliffen, aber im kern mit echter substanz. Oder wie hat die dame gemeint, ECHTES TERROIR – eine nicht für möglich gehaltene steigerung des begriffes terroir.

Dann kam der myrto, der stilistisch so weit gar nicht weg ist (zumindest 2009) vom fontanasanto. Auch ein eigener charakter mit anfangs sehr bitteren noten nach mandeln, sowohl in der nase als auch im mund. Verliert sich aber. Braucht eine karaffe um sich zu zeigen. Wieder findet man eleganz, finesse, beste balance & eine erdig-kalkige aromatik. Die sehr ziselierte säure gibt dem myrto die feingliedrige rassige art, gepaart mit einer sich noch duckenden geschmeidigen frucht – toll.

Teraldego. Ich werde immer mehr zum fan dieser roten autochtone rebsorte aus dem trentino. Der 2007 hat 12,5% alkohol! Er ist alles andere als dünn! Er hat eine wunderbare balance! Die frucht ist klar & reintönig! Kurzum, schnörkellose klasse! 2008 reicht da nicht ganz an den 2007er heran. Aber immer noch nur 13%ig, etwas kraftvoller, herberes tannin & eine kühlere frucht, sehr gut!

Die zwei granato jahrgänge, 2006 & 2007, sind ebenfalls keine granaten. An die „normalen“ teraldegos anschließend, rotweine mit ins sich stimmigem stil. In sich ruhend. Auch hier wieder mit einer hervorragenden balance ausgestattet: frucht, alkohol, säure, tannine & wohldosierter barriqueeinsatz fließen ineinander, große klasse. Vor allem erkennt man, dass nicht nur von eleganz gepredigt wird, sondern man diese, in den weinen wiederfindet. Seltenheit! 2006 ist ein samthandschuh – feminin, der 2007 die leicht kräftigere ausführung davon – mit einem maskulinen mantel.

Ich bin mit begeistert von den foradori weinen & von der rebsorte teraldego.

Danach ging es mit leichter verspätung zurück nach trentino. Im palazzo roccabruna standen weitere 49 TRENTODOC schaumweine für uns parat. Leider hatte man der sommeliere keine weiteren servicekräfte zur seite gestellt. Sie konnte rennen, wie sie wollte, es war ihr unmöglich, alle personen, die verkosten wollten, rechtzeitig zu bedienen. Ein großes kompliment, was sie dennoch alles zuwege gebracht hat. Ich habe mir die millesimato’s & die riserva’s vorgenommen. Um 12:00 war die schaumwein-raritätenverkostung angesagt, ein verpassen war da überhaupt nicht in meinem sinne. Schaumweine bis zum jahrgang 1992 zurück – vorab es war erstaunlich, was da zum vorschein kam. Da waren wir uns in der kleinen aber sehr gut harmonisierenden gruppe völlig einig. Als da wären, die oganisatorin simone tilgert von pst public-relations, luzi schrampf vom wiener standard, klaus herrmann von wein&markt & der hans dampf in allen gassen, KääbdäänCork, von seinen freunden auch manfred klimek genannt.

Ein muss für liebhaber & liebhaberinnen reifer schaumweine, auch mal die trentiner „ausgabe“ zu geniessen. Kann es nur wärmstens empfehlen. meine eindrücke folgen. In jedem fall reifen sie deutlich anders als champagner, eine kleine vorab info für die eingangs erwähnte weinfachfrau.

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Nachdem der unumgängliche absacker (für meine verhältnisse) sehr spät wurde, habe ich kurzerhand die tastatur des laptops bis morgen früh ruhen lassen. Stehen geblieben war ich gestern kurz vor der verkostung der gereiften TRENTODOC’s. Dass ich gereifte schaumweine sehr mag, hatte ich schon erwähnt. Dabei den reifen champagnerstil im besonderen & den sehr reifen liebe ich über alles. Nun entwickeln sich diese sensorisch im großen & ganzen sehr ähnlich. Das heißt keinesfalls, dass alles reife was aus der champagne kommt, gleich schmeckt.

Kurzer heftiger schwenk. Dekantieren von champagner, damit komme ich immer noch nicht klar. Den sinn verstehe ich bis dato nicht: da versucht der gute mann oder die frau, winzer(in) von beruf, die bollicine in die flüssigkeit zu bekommen, verschließt das ganze, damit eben diese bollicine auch drin bleiben. Und was um alles in der welt passiert beim dekantieren? Genau, die bollicine ergreifen die flucht, verflüchtigen sich auf nimmer wiedersehen……

Die TRENTODOC’s. Die unterschiede zum champagner sind sehr deutlich. Da macht es auch keinen unterschied ob jung oder alt, ob reif oder gerade vom degorgieren kommend.

Fangen wir mit der perlage, den bollicine an. Die ist im allgemeinen etwas grober mit einem fast körnig zu nennenden taktilen eindruck & frischem, ätherisch-fruchtigem stil. Wirklich fast wie kleine perlen im mund, so könnte man es beschreiben. Zerdrückt man kaviar im mund, so fühlt sich das an. Beim champagner, zumindest bei den hochwertigen, wirkt alles etwas kleinperliger & sämiger, cremiger & weniger mit dieser sehr frischen art versehen. BEIDES hat seinen reiz.

Die aromatik unterscheidet sich ebenfalls. Die weinfachfrau, nennen wir sie mal die nette anne, hilft uns da wieder mal weiter. Zitat:“…..es entwickeln sich aromen von feiner hefe, brioche, karamell, oft etwas geröstete haselnüsse & alles mit einer dezenten salzigen & leicht oxidativen note. Und wenn ein champagner dann weit über 20 jahre alt wird, kommen oftmals nuancen von verbranntem toast hinzu“. Anne, die nette, hat wirklich ahnung, hat wohl schon des öfteren reifen chamapgner getrunken.

Beim TRENTODOC hilft uns die nette anne nicht weiter, da sie ja nur gereifte champagner kennt, nicht aber eben reife TRENTODOC’s. Also helfe ich ihr da gerne aus der klemme, mit meiner in den letzten tagen gewonnen erfahrung, aus. Die aromatik bleibt frisch & mit kühler ätherischer note. Das fruchtige geht zwar leicht zurück, aber die aromen eines reifen chamapgners stellen sich praktisch nicht ein. Woran das liegt? Die nette weinfachfrau anne mal fragen gehen.

Die probe der 9 reifen TRENTODOC’s war wirklich extrem aufschlussreich. Kommentiert von marco sabellico, dem herausgeber des gambero rosso. Wie das buch selbst, eine gewichtige erscheinung. Die verkosteten weine waren alle aus dem archiv der weingüter & sind schon seit langem nicht mehr im handel zu erwerben.

Alle TRENTODOC’s waren bis auf den 1992er ohne müdigkeit. Zum 1992er später mehr. Ein 2002er methius riserva war noch mit enorm klarer säure & sehr rassiger art ausgestattet. Die 2001er riserva cuvee dell’abate war der schwächste der 9 mit einer sehr groben & aufbrausenden perlage & etwas kurzem abgang. Könnte davon kommen, dass er erst vor kurzem degorgiert worden ist. Und ja, der winzer bestätigt mir, dass dem so sei. Hervorragend der 2001er mach riserva del fondatore, wunderbare gelbe reife steinfrüchte, rasse gepaart mit sämiger, lang anhaltender perlage & einem enorm langen mineralischen abgang – klasse. Letrari riserva aus 2000 konnte ebenfalls überzeugen mit nussiger, leicht brotiger nase & einem zitrusfruchtig & kalkig wirkenden gaumen. Die cantina rotari mezzacorona, einer der grossen produzenten mit ca. 2500 hektar rebfläche, überzeugte mich bei den aktuellen schaumweinen nicht so sehr. Ihre 1998er flavio riserva dagegen war einfach in bestechender form, mit einer cremigen, schmelzigen art & sehr feingliedriger perlage.

Beim 1996er von cesarini sforza verhielt es sich genau umgekehrt. Er war sehr gut, jedoch kamen mir die aktuellen TRENTODOC’s des hauses besser ausbalanciert vor. Wiederum ein gigant, was die produktion anbelangt, ist cavit, ein zusammenschluss von genossenschaften mit insgesamt 5700 hektar rebfläche. Ihr 1995er kam schon etwas in die richtung reifer champagner mit eingangs erwähnter aromatik & einer wunderbaren balance, hervorragend. Erwartungsgemäß war auch ein ferrari mit dabei, der 1994er giulio ferrari, das flagschiff. Da der stil des hauses dem vorbild champagne nacheifert, war dieser eindeutig der champagner unten den TRENTODOC’s. Mit noch vielen jahren an potenzial versehen, war er einen hauch vorne. Halt nur einen hauch, es ging relativ eng her ging, was die bewertungen anbetrifft. Dann kam der älteste TRENTODOC aus dem hause balter mit dem jahrgang 1992. er war der einzigste der eine firne & deutlich oxiadive aromatik verströmte. Ob das unsere weinfachfrau immer noch getrunken hätte? Wir werden es wohl nie erfahren. Denn das mögen nur sehr wenige, ich habe ihn trotzdem sehr genossen mit seiner an pistazien, salzigkeit & an reife boskoppäpfel erinnernte aromen. Unheimlich komplex, noch sehr gut in schuss nach seinen 18 jahren aber eben nicht jedermanns sache. Das fazit der verkostung kann nur positiv sein, denn „keiner einer“ war kaputt oder maderisiert. Wirklich ein sehr großes kompliment an die erzeuger!

Dann wieder zum kulinarischen teil in der winebar scrigno del duomo zum lunchbuffet. Sehr empfehlenswert das scrigno del duomo. Was war das gut. Danach eine wohlverdiente pause. es waren doch einige TRENTODOC’s. Gegen uhr 19:00 dann der abschluss des tages bei einem dinner mit einigen produzenten & offiziellen vertretern. Gegen mitternacht, nach dem obligatorischen cafe ins hotel zurück. Morgen geht es um uhr 9:00 zum weingut maso martis, danach zur cantina endrizzi. Das mittagessen wird in der trattoria vecchia sorni eingenommen werden, plus weitere verkostungen……bis dann am sonntag kurz vor 18:00 der zug in einsiedeln eintreffen wird, inklusive mir. Das empfangskomitee wird eine eingeschneite landschaft sein & wer weiß, zu hause auch ein glas TRENTODOC.

25.11.2010

Abfahrt im morgengrauen in einsiedeln kurz vor sieben uhr. über arth goldau & von dort direttamente nach milano centrale. Weiter geht’s von milano nach verona porta nuova, um schlussendlich in trento vom bahnhof ein paar willkommene schritte zum hotel zu gehen. Vorab: Ein kleinod direkt am piazza duomo mit wunderschön eingerichteten zimmern. Durchaus etwas, wo man mit der dame des herzens hingeht, um ein romantisches wochenende zu erleben.

Die fahrt: eine herrlich anmutende, teilweise schneebedeckte landschaft empfängt mich während der zugfahrt& lässt eine entspannte stimmung aufkommen. Man kann schon ins träumen geraten & wie während einer entspannenden massage, einfach abtauchen. Um dann richtig einzuschlafen, erschreckt aufzuwachen & hoffend nicht das aussteigen verpasst zu haben.

Erwartungsvolle vorfreude auf die aktuellen spumanti & teraldego rotalianas. Die angekündigte raritätenverkostung von spumanti bis 1992 zurück wird für mich das highlight schlechthin. Reife schaumweine können etwas wundervolles sein. Die weiche samtene Art gepaart mit einer cremigen perlage & den ganz speziellen geschmacksnuancen, einfach etwas zum geniessen. Wie beschrieb eine weinfachfrau letzhin reife champagner:“reife, leicht angetrocknete gelbe früchte, etwas kandiertes, mit honignoten & ins buttrige gehend & ein hauch von oxidation“. Da hat jemand ahnung von gereiftem champagner.

Angekommen in trento. Das hotel aquila d’oro liegt direkt an der piazza duomo & die ist wirklich sehr schön gelegen mit alten renovierten gebäuden ringsherum. Die zimmer wirklich sehr geschmackvoll eingerichtet.

Jetzt geht’s los zur landesvinothek im palazzo roccabruna wo es die ersten schaumweine zum probieren gibt. Die auswahl soll repräsentativ sein, sagt man uns auf jedenfall – sprich ich sollte das allgemeine qualitätsniveau erkennen können. Es gibt auch gleich neuigkeiten. Der erst 2003 eingeführte begriff Talento (als ersatz für die bezeichnung spumante eingeführt, weil man dem schlechten image, den der spumante hat, aus dem weg gehen wollte) existiert nicht mehr. Der Schaumwein aus dem trentino (nach der klassischen flaschengärung hergstellt) heisst nun TRENTODOC. Zudem diskutiert man, den antrag auf die DOCG zu stellen – man verspricht sich ein höherwertiges image. Naja…..

Die verkosteten fünf 2005er TRENTODOC waren aber von sehr guter qualität, vor allem wenn man den preis noch mit einbezieht. Kompliment. Weiter ging es mit fünf teraldegos die den schaumweinen sogar noch etwas überlegen waren. Obwohl weine dabei waren mit nur 12,5 oder 13%, strahlten sie dichte, kraft & eine wunderbare eleganz & finesse aus. Da wandert sicher etwas in meinen keller. Besonders der TRENTODOC 1907 Riserva 2005 von D’Isera, der TRENTODOC Tridentum 2005 von Cesarini Sforza & der TRENTODOC Millesimato 2005 von Pedrotti sind sehr empfehlens wert! Bei den teroldego rotalianos DOC waren alle fünf weine beindruckend, angetan aber haben es mir im speziellen der 2008 von Vescovi Ulzbach, der 2005 Clesurae von der  Cantina Rotaliana di Mezzolombardo & der 2005 Pini von Zeni.

Und weiter geht’s zu ferrari, genau zur cantina ferrari, wo wir sehr herzlich von cmilla lunelli empfangen wurden. Die cantina ferrari hat keine familiären verbindungen zu den roten sportwagen. Jaja ich weiß, männerträume. Ich kenne die spumanti hier sehr gut, mal schauen, ob sich meine sehr hohe meinung wieder mal bestätigen wird. Hat sie & zwar alle verkosteten weine. Ferrari verkauft um die 5 millionen flaschen (methodo classico) pro jahr, das ist weltweit schon eine hausnummer. Umso mehr natürlich im inland, da ist ferrari die numero uno.

Essen ist angesagt im restaurant locanda margon. Das wem gehört? Yes, den ferraris, besser gesagt den familie lunelli, den heutigen besitzern. In den bergen inmitten von weinbergen gelegen, ein restaurant das ich nur empfehlen kann. Wie ganz aktuell erfahren, haben sie gestern einen michelin stern erhalten. Ja, das wein- & genussleben ist schon harte arbeit. Hier werde ich im sommer mit sicherheit wieder hin kommen & das essen & die geniale aussicht genießen! Da es morgen um uhr 8:30 zu den foradoris weitergeht, prüfe ich nun mal die qualität des hotelbettes.


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Sigi Hiss – Von morgen an, Donnerstag den 25. November bis einschließlich Sonntag den 28. November, bin ich im Trentino unterwegs. Zusammen mit einer kleinen Gruppe Weinjournalisten geht es zu den Spumanti & den Teraldego Rotalianos des Trentino. Der Rahmen dieser Reise bildet „Bollicine su Trento“ – übersetzt die „Perlen des Trentino“. Die femininen Perlen des Trentino sind die Spumanti. Die Maskulinen der Rotwein Teraldego Rotaliano.

Natürlich gibt es noch weitere Weintypen die für das Trentino stehen – die o.g. sind die wichtigsten aus meiner Sicht.

„Bollicine su Trento“ geht bis zum 13. Dezember & ist durchaus eine Reise wert ist um die Weinregion bestens kennen zu lernen. Theorie & Praxis lassen sich da hervorragend „geniessen“. Überhaupt ist der Genuss etwas was heutzutage leider immer mehr in den Hintergrund rückt. Also auf gehts, Perlen des Trentino suchen gehen.

Trentino ist der südliche Teil der Doppelregion Trentino-Südtirol. Die DOC dazu heißt schlicht Trentino, umfasst ca. 4.000 Hektar.

Ich werde so oft es möglich ist, aus dem Trentino berichten. Vor allem natürlich über die Weine aber auch sonstige interessante Eindrücke in kurzer Tagebuchform werden hier zu lesen sein.

Vorab schon mal ein paar Fakten über das Trentino (Quelle: Simone Tilgert, www.pst-pr.de)

Das Weinland TRENTINO in Zahlen*

Die norditalienische Weinregion Trentino umfasst rund 10.000 Hektar bepflanzte Rebfläche, die kontinuierlich über die letzten Jahre angewachsen ist. Waren bis Mitte der 90er Jahre noch die roten Trauben dominierend, so hat sich das Verhältnis von Weiß zu Rot deutlich verändert. Die Rebfläche ist heute zu zwei Drittel mit weißen und einem Drittel mit roten Rebsorten bepflanzt. Der Anbau von Weißweinen ist durch das im Trentino vorherrschende Klima besonders begünstig: warme Tage und kühle Nächte garantieren eine optimale Entwicklung frischer Weißweine mit einem ausgewogenen Säurespiel.

TRENTODOC – Das Trentino repräsentiert 45% der italienischen Schaumwein-Produktion nach der klassischen Flaschengärungsmethode. Einzigartig ist im Trentino die Struktur der heimischen Winzerbetriebe: Die Mehrheit der Betriebe besitzt Anbauflächen von weniger als einem Hektar. Nur 0,8 % der Betriebe besitzen Rebflächen mit mehr als 10 Hektar. Deutschland ist mit mehr als 30% der wichtigste Exportmarkt für die Region.
Erntemenge:

  • 1.233.436 Doppelzentner Trauben
  • Davon weiße Rebsorten: 64,83 %, rote Rebsorten: 35,17%
  • 864.975 Hektoliter Wein

Top 10 der roten Rebsorten
· Merlot
· Teroldego
· Schiava
· Cabernet Sauvignon
· Marzemino
· Lagrein
· Pinot Nero
· Cabernet Franc
· Enantio
· Rebo


Top 10 der weißen Rebsorten

· Chardonnay
· Pinot Grigio
· Müller Thurgau
· Traminer Aromatico
· Moscato Giallo
· Sauvignon
· Nosiola
· Pinot Bianco
· Riesling (Renano)
· Riesling Italic

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