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Dez 20

Erntebericht 2010 – Die Natur war Partner an der Loire

Tag: Regionensigi.hiss @ 14:38

Die Winzer an der Loire haben dem Wetter wieder einmal viel zu verdanken: Aufgrund eines strengen Winters waren die Reben dieses Jahr äußerst gesund und gediehen hervorragend; die Weine versprechen schon jetzt viel Frische und Charakter. Jetzt lagern sie im Keller; die Arbeit im Weinberg ist getan, der Rest liegt in den fähigen Händen der Winzer. Erleben Sie die neuen Weine der Loire schon im Januar beim Salon des Vins in Angers, 30.1.-1.2.2011.

Die Loire-Weine des Jahrgangs werden so ins Glas kommen, wie sie entstehen: voller Frische und Charakter, junge Cuvées für den unkomplizierten Genuss genauso wie Weine mit viel Reifepotenzial, die man noch eine Weile gut im Keller hüten sollte. Da sich das Weinanbaugebiet Loire an den Ufern des längsten Flusses Frankreichs erstreckt, sind dort ganz unterschiedliche Mikroklimata zu finden, so dass die Ergebnisse der Weinlese in den einzelnen Regionen variieren:

Nantes
In Nantes ist die Natur für einen allen Erwartungen nach exzellenten Jahrgang verantwortlich. Zwar haben die Winzer sie begleitet und unterstützt, aber sie hat die hervorragenden Konditionen Bedingungen geschaffen. Nach dem harten Winter mit insgesamt sechs Wochen Schnee und Eis ermöglichte der im Frühling einsetzende schnelle und gleichmäßige Austrieb der Reben ein gutes Traubenwachstum bei frischen Temperaturen und kräftiger Sonneneinstrahlung. Wegen der ausgeprägten Temperaturschwankungen gab es so gut wie keine Krankheiten, daher mussten die Winzern kaum eingreifen. Zwar blieben im August die hochsommerlichen Regenfälle aus, setzten dann aber doch noch rechtzeitig vor der Weinlese ein. Von da an spielte das Wetter wieder mit und gönnte den Erntehelfern eine trockene Lese. Allerdings mussten sie sich bei den morgendlichen Temperaturen von nur 6° Grad warm einpacken.

Der Ertrag in Nantes liegt bei durchschnittlich 55 Hektoliter pro Hektar. Trotz der vielen Trauben haben diese die richtige Konzentration an Saft, Zucker und Aromen. Aus den gut gereiften Trauben sollten frische Weine voller Finesse entstehen. Im Bereich Muscadet erwartet man runde, junge Weine mit Zitrus-Aromen wie Pampelmuse. Von den Lagerweinen versprechen sich die Winzer Komplexität und Schmelz; insgesamt sind die Erwartungen an den Jahrgang 2010 hoch.

Anjou & Saumur
Auch hier hatten der kalte Winter und die wenigen Niederschläge einen sehr gesunden Weinberg zur Folge, der kaum Eingriffe erforderte. Im Sommer dann glichen heftige Schauer die Trockenheit aus. Der Septemberregen wiederum war fast zu ausgiebig, mündete in einen sehr kalten Oktober-Anfang, nach dem ein herrlicher Altweiber-Sommer die perfekte Reife der Trauben ermöglichte. Nordwinde trockneten die Reben, daraus resultierte eine ungewöhnliche Goldfärbung des Weins.

Sowohl im Bereich Rosé als auch Rot wurden die üblichen Traubenmengen gelesen, bei den Schaumweinen hingegen war der Ertrag etwas geringer als sonst. Allem Anschein nach werden die Rotweine des Jahrgangs 2010 sich eher durch Eleganz als durch große Kraft auszeichnen und sich zu vollmundigen, komplexen Weinen entwickeln werden, deren Qualität an den Spitzenjahrgang von 2005 heranreichen könnte. Weiterhin werden erfreulich aromatische Rosés erwartet. Die Weißen profitierten von der sonnigen Nachsaison, besonders die Chenin Blanc Trauben tragen ein großes Potenzial für den trockenen Ausbau in sich. Die für die Fines Bulles gedachten Trauben erntete man sehr früh, um Überreife zu vermeiden. Damit ist der Grundstein für formidable Schaumweine gelegt.

Touraine
In der Touraine waren Winter und Frühjahr eher klassisch, Sommer und Herbst dagegen traten ungewöhnlich auf, insbesondere durch auffallende Temperaturschwankungen. Auf eine kühle Phase bis Juni folgte ein durchgehend warmer Sommer bis Ende September, nur unterbrochen durch zwei nass-kalte Wochen im August. Während der Weinlese schlug das Wetter Kapriolen, zwischen -5 und +29 Grad Celsius war alles dabei. Deswegen wurden die weißen Trauben wie Chenin Blanc und Sauvignon Blanc so schnell wie möglich geerntet, Cabernet Franc hingegen erst Mitte Oktober. Der Ertrag war insgesamt etwas geringer als im letzten Jahr und liegt bei 40-45 Hektoliter pro Hektar.

Die Cabernets weisen dieses Jahr eine intensive Farbe auf, haben einen angenehmen Zucker-Anteil und feine Tannine. Dieser Jahrgang sollte hervorragende Frühlingsweine hervorbringen, mit Noten von Erdbeeren und anderen roten Früchten. Die Lagerweine versprechen Finesse und Eleganz und eine große Aromenvielfalt, wie es sie 1990 gab. Die Gamays und Rosés kündigen sich strukturreich und frisch an, mit einer gemäßigten Säure. Auch bei den Chenin Blancs sollten Säure und Süße ein perfektes Verhältnis ergeben und sich ausgezeichnet zum Ausbau zu prickelnden und feinherben Weinen eignen, was gerade auch auf dem Markt sehr gefragt ist. Last but not least sagt man für die Sauvignon Blancs wegen der schönen Nachsaison ebenfalls eine großartige Qualität voraus.

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