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Jan 19

Weinhistorisch Kurioses 2: Zusätze zum Wein

Tag: Allgemeinessigi.hiss @ 16:56

In der Antike versüßte man den oftmals sehr sauren Wein mit Honig oder aber auch mit Blei. Dies war natürlich extrem gesundheitsschädlich, was damals jedoch niemand wusste und auch nicht interessierte.

Strafen im 17. Jahrhundert, wurde man beim „Lieblichmachen“ eines Weins erwischt, waren drastisch: Es reichte vom Landesverweis, über lebenslanges Zuchthaus, hin zum Auspeitschen und letztendlich bis zum Aufhängen.

1899 beim 18. Deutschen Weinbaukongress in Würzburg stellte man fest, dass es immer noch genug „gottvergessene Weinfälscher und Schmierer gibt. Zur „Verbesserung“  oder „Erzeugung“ kannte man Mittelchen wie: Schwefel, Milch, Eier, Scharlachkraut, Lehm, ton, Holunder, Speck, Branntwein, Senf, Weidasche, Totenbein.

Römer aus den führenden Schichten wussten schon früh um den konservierenden Effekt von Blei. Sie lagerten und tranken Wein aus Bleigefäßen. Diese Eliteschicht der Römer wurde nicht durch Kriege massiv dezimiert, sondern aufgrund von Bleivergiftungen.

Sehr beliebt im 19. Jahrhundert war Holunder, Asche von roten Reben, Berberitzensamen, pulverisiertem roten Mohn oder Heckenkirsche, um roten Wein zu erzeugen. 1672 schon ließ der Rat der Stadt Schaffhausen alle Holunderstöcke in ausreißen.

Goethe: „In des Weinstocks herrliche Gaben, giesst ihr mir schlechtes Gewässer“. Zu seiner Zeit war Wasser ein beliebter Zusatz im Wein, nicht für Schorle, wohlgemerkt.

Vorschläge zur Stoppung der Gärung aus Zeiten, in denen man nur sehr wenig Kentnisse der Chemie hatte: Das Zugeben von Geissenmilch „warm vom Vieh oder zerkleinerte süße Äpfel oder eine Mischung aus „Vorschuss“ (Vorlauf) mit Senf.

Sigi Hiss

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