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Mrz 02

VDP Franken in Paris: Interview mit Paul Fürst

Tag: Regionensigi.hiss @ 07:45
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Stéphane Thuriot (rechts) und Paul Fürst

Der VDP. Franken stellt in der französischen Hauptstadt die „Grands Terroirs de Franconie“ vor und trifft bei weit über 100 Besuchern auf großes Interesse.

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PARIS.  Wenn es um Silvaner, Riesling und Weißburgunder geht, kann die Pariser Weinszene nun mitreden. Weit  über 100 Gäste kamen zur Präsentation des VDP.Franken, um die „Grands Terroirs de Franconie“ kennenzulernen. „So viel Aufmerksamkeit hatte die Weine Frankens hier noch nie“, so Paul Fürst, Vorsitzender des VDP Franken, der zusammen mit fünf VDP.Winzern im Hotel Baltimore nahe dem Champs Elysées  einem hochkarätigen Fachpublikum die Spitzengewächse vorstellte.

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Frage: Silvaner goes Paris, wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Idee? 

Paul Fürst: Die Idee stammt von  Stéphane Thuriot und Edmond Gasser, die als französische Sommeliers im Königshof in München schon seit Jahren erfolgreich fränkische Spitzenweine kredenzen.  Auch deren beiden  Kollegen Julien Morlat (Dallmayr) und Gerald Desmousseaux (Werneckhof) waren gleich begeistert von der Vorstellung, in ihrer Heimatstadt Paris die Besonderheit der Frankenweine vorzustellen. Und nachdem der VDP.Franken eine enge Zusammenarbeit mit allen vier pflegt, haben wir uns gemeinsam an die Verwirklichung gemacht. Wobei wir uns vor allem auch beim Präsident der Pariser Sommelier Union (ASP) bedanken müssen, Jean-Luc Jamrozik.  Er hat für uns die Trommel gerührt und schon im Vorfeld eine große Aufmerksamkeit erzeugt.

Frage: Wie bekannt waren denn bislang die fränkischen Weine in Paris?

Paul Fürst: Bisher kennt die Weine fast kein Mensch, da Frankreich insgesamt sehr auf die eigenen Weine fokussiert ist. Aber das Interesse an ausländischen Weinen wächst.

Frage: Dann war das sozusagen eine Aufklärungsreise… 

Paul Fürst: Tatsächlich kamen viele der Besucher, alles Weinfachleute, darunter auch französische Spitzensommeliers,  erstmals mit Frankenwein in Kontakt. Wir hatten praktisch die gesamte Pariser Weinszene zu Gast, eingeladen von der Pariser Sommelier Union. Darunter erstaunlich viele junge Sommeliers, welche hochprofessionell verkosten haben.  Das Interesse war immens, auch an den zwei Masterclasses. Sommelier Stephane Thuriot  hat über 70 Teilnehmern einen sehr detaillierten Über-blick gegeben.  Das sind nun lauter französische Fachleute, die mitreden können, wenn es um Silvaner, Riesling und Burgunder aus Franken geht.

Frage: Wie haben die Besucher die Weine kommentiert? 

Paul Fürst: Wie von uns im Grunde nicht anders erwartet: Sie waren begeistert. Was die Gäste erkannt und sehr oft auch so kommentiert haben: Wie sehr sich die Frankenweine, die doch die trockensten deutschen weine sind, mit ihren sehr geringen Restzuckergehalten und ihrer hohen Mineralität, als Essensbegleiter eignen.  Nachdem der Silvaner in Frankreich nur im Elsass als schlichtester Wein angebaut wird, konnten die Silvaner Grossen Gewächse Frankens  der Jahrgänge 2013 bis zurück zu 2001 mit ihrer Komplexität und Dichte sehr gut überzeugen.  Das gilt auch für die gezeigten Rieslinge, Scheurebe. Da war ein großes Staunen.

Frage: Und wie sieht es mit Spätburgunder aus? Burgunderweine haben in Frankreich einen ganz hohen Stellenwert… 

Paul Fürst: Einige Verkoster mussten erst erfahren, dass Spätburgunder ja ihr Pinot Noir ist. Die Eleganz und Seidigkeit, welche sie in Burgunderweinen suchen, konnten auch die fränkischen Exemplare vorweisen. Es gab sehr erstaunte und respektvolle Kommentare, wie gut die Stilistik und das Qualitätsniveau der gezeigten Pinot Noirs Frankens sich darstellt.

Frage: Welche neuen Erkenntnisse haben Sie nach Hause mitgenommen? 

Paul Fürst: Wir  hatten ein Abendessen mit den französischen und Münchner Freunden am Tag vor der Präsentation in einem avantgardistischen Szene-Restaurant. Für uns war es eine Riesenerfahrung, mit zu erleben, wie genial dort von dem extrem jungen Sternekoch unsere Weine mit ausgefeiltester französischer Küche  kombiniert und in Szene gesetzt wurden.  Da gab es dann zum  Sud von Flusskrebsen ein Silvaner Grosses Gewächs aus dem Jahr 2008.  Das war einfach großartig.

Frage: Was erhoffen sich langfristig von ihrer Reise?

Paul Fürst: Nach unserem langjährigen Erkenntnissen erwarten wir jetzt keine großen Flaschenzahlen, welche wir in den nächsten Jahren nach Paris liefern können. Allerdings sind einige wenige Weine schon heute auf den Karten vertreten und mehrere Weinhändler Visitenkarten mit unseren Winzern ausgetauscht. Was aber großartig ist: Dass weit über hundert Weinleute Franken und seine Weine kennenlernten und in den nächsten Tagen sicher viel über unsere Weine sprechen werden. Ein bisschen hat sich nun Franken in die Weinszene der Weltweinmetropole eingeklinkt. Das ist für ein Riesenerfolg. Der Präsident der Pariser Sommelier Union  hat uns mit den Worten verabschiedet: „Les grands terroirs et vins de Franconie sont vraiment grands.“

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