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Mai 18

Pflanzenschutzmaßnahmen nach Hagelschäden in Wein

Tag: Oenologie,Regionensigi.hiss @ 10:24

Freiburg – In vielen Rebflächen im Raum Freiburg, Kaiserstuhl und Tuniberg kam es am vergangenen Mittwochabend zu teilweise starken Schäden an Blättern und Gescheinen durch Hagelschlag.

Aufgrund der jetzigen Witterungsverhältnisse besteht in vielen Gebieten eine hohe Infektionsgefahr der Pflanzen durch die Rebenperonospora, die möglicherweise zusätzlich durch die Verletzung des Blattgewebes erhöht wird. Eine außerplanmäßige Behandlung der Reben sollte allerdings nur dann erfolgen, wenn viele Blätter stark verletzt wurden und die letzte Behandlung keinen ausreichenden Schutz mehr bietet. Diese Notwendigkeit besteht in der Regel nur, wenn die letzte Behandlung mehr als 7 Tage zurückliegt. Bei einem starken Neuzuwachs und unter Berücksichtigung der vorhandenen Blattschäden könnte diese auch früher durchgeführt werden.

Wenn die Befahrbarkeit der Rebfläche es zulässt, sollte dann eine Behandlung mit einem tiefenwirksamen Pflanzenschutzmittel erfolgen (z.B. Melody Combi, Forum Star oder Pergado). Eine Behandlung von Anlagen mit nur leichten Schäden ist nicht notwendig. Ebenso ist aufgrund des Entwicklungsstadiums der Rebe keine Behandlung mit Botrytiziden sinnvoll.

Bitte beachten Sie auch die regionalen Hinweise der amtlichen Weinbauberatung.

– Der Wasseraufwand beträgt zurzeit im Spritzverfahren 400-600 l/ha= Basisaufwand x 1 (Mittelaufwand); auf eine gute Benetzung aller Rebteile ist zu achten!

– Ölhaltige Präparate sind nur bedingt mit anderen Mitteln mischbar.

– Herbizide dürfen nur innerhalb der Rebflächen und nach Möglichkeit nur unter Stock ausgebracht werden. Auf keinen Fall dürfen Wegränder, Randflächen zu Böschungen, Graswege und Wasserrinnen behandelt werden.

– Gebrauchsanleitungen und Bienenschutz-Verordnung sind zu beachten!

– Beim Ansetzen der Spritzflüssigkeit ist darauf zu achten, dass kein unverdünntes Mittel verschüttet wird und keine Spritzflüssigkeit in die Kanalisation gelangt. Ebenfalls darf während der Fahrt auf keinen Fall Spritzflüssigkeit aus undichten Leitungen und Düsen sowie aus dem Füllstutzen austreten. Beim Queren von befestigten Wegen während des Spritzvorgangs muss das Spritzgerät abgeschaltet werden.

– Zu angrenzenden Gärten, Wohngebieten, Sportplätzen, Freizeiteinrichtungen, Schulen und Kindergärten sowie weiteren Flächen, auf denen sich Personen aufhalten, ist immer ein Mindestabstand von 3 m einzuhalten.

Für Tafeltrauben oder wenn Keltertrauben als Tafeltrauben vermarktet werden sollen, gelten andere Zulassungsbedingungen. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisungen der Pflanzenschutzmittel bzw. informieren sich, welche speziell für Tafeltrauben zugelassen sind. (s. http://www.lel-bw.de/pb/MLR).

Quelle: Staatliches Weinbauinstitut Freiburg (WBI)

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