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Nov 22

Tempranillo als Massstab 

Tag: Länder,Regionen,Weingütersigi.hiss @ 17:51

 

Auch in Spanien sorgen alteingesessene rote Rebsorten für Furore, doch der Tempranillo bestätigt landesweit seine dominierende Rolle. Dies ist das Fazit einer hochkarätigen Vergleichsprobe in Bern, an der führende Weinjournalisten und Sommeliers aus der Schweiz teilgenommen haben. 

An der exklusiven Verkostung in der Residenz der spanischen Botschafterin in Bern, für die der Spanien- Kenner David Schwarzwälder die Weine ausgewählt hatte, traten zehn Tempranillo-Topcrus aus der Rioja, der Ribera del Duero und Toro gegen zehn hochkarätige Spezialitäten aus ganz Spanien an, vom Cru aus der Merenzao-Traube aus Galizien (Ribeira Sacra) im Norden bis zum Listán Negro von der Insel Teneriffa. Das Fazit der 16 Weinjournalisten und Sommeliers fiel differenziert aus.

Die Verkostung zeigte klar, dass die Renaissance der alteingesessenen Sorten das Spektrum der spanischen Rotweine auf hohem Niveau erweitert hat. Dank neuer Vinifikationsmethoden, welche vor allem die junge Weinmacher-Generation anwendet, ist es innerhalb weniger Jahre gelungen, Weine aus autochthonen Sorten zu keltern, die eine für südeuropäische Verhältnisse noch nie dagewesene Finesse aufweisen. Die Weinkritiker und Sommeliers, die an der «Berner Probe» teilgenommen haben, zeigten sich denn auch überzeugt, dass sich damit in Spanien neue stilistische Dimensionen eröffnen, die vor allem für Anhänger von filigranen und eleganten Weinen viel zu bieten haben.

In diesem Kontext erleben Rebsorten wie Garnacha und Cariñena eine bemerkenswerte Wiedergeburt. Beide Gewächse hatten in den vergangenen Jahrzehnten in Spanien stark an Bedeutung verloren. Doch weil sie perfekt an das fordernde Klima Spaniens angepasst sind, ergeben sie auch in heissen Jahren elegante Weine. Im Zuge der Klimaerwärmung sind diese Sorten deswegen in vielen spanischen Regionen geradezu dafür prädestiniert, ausgewogene und finessenreiche Weine hervorzubringen. Um mit dem Tempranillo solche frische, gut strukturierte Weine zu produzieren, muss er jedoch vermehrt in höheren Lagen kultiviert werden. Trotzdem wird der Tempranillo ganzheitlich betrachtet seine heute führende Stellung behalten, ist es doch die einzige Sorte, die in verschiedensten Anbaugebieten dank ihrer extremen Wandelfähigkeit absolute Topweine hervorbringt.

Dank der hervorragenden Ausbildung der jungen Winzergeneration und den Auswirkungen der Klimaerwärmung zeichnet sich zudem ab, dass auch in nördlichen Anbaugebieten wie Rioja, Ribera del Duero oder Navarra die Herstellung von kontrolliert biologisch angebauten Weinen stark zunehmen wird. Schon jetzt stammen einige der hochkarätigsten Weine aus dem nördlichen Spanien aus bioorganischem oder biodynamischem Anbau. Ohne Zweifel wird Spanien in diesem Bereich künftig noch verstärkt eine Vorreiterrolle einnehmen. 1 2

Folgende Spitzenweine wurden an der Probe in Bern verkostet: 

Die Tempranillos 

Sei Solo 2014, Sei Solo Bodegas y Viñedos (DO Ribera del Duero)

Mirum 2015, Bodegas Valdaya (DO Ribera del Duero)

Camino del Abuelo 2014, Bodegas y Viñedos Alilian (DO Ribera del Duero)

Gaminde 2015, Finca Allende (DOCa Rioja)

Artadi Valdeginés 2012, Bodegas y Viñedos Artadi (DOCa Rioja)

Albina Essencia 2011, Bodegas Riojanas (DOCa Rioja)

Dominio del Águila Reserva 2014, Dominio del Águila (DO Ribera del Duero)

Amancio 2008, Viñedos Sierra Cantabria (DOCa Rioja)

Cartago Paraje del Pozo 2013, San Román Bodegas y Viñedos (DO Toro)

Alabaster 2010, Bodega Teso la Monja (DO Toro)

Die autochthonen roten Sorten 

Prieto Picudo: Pricum Paraje de El Santo 2012, Bodegas Margón (DO Tierra de León)

Listán Negro: El Ciruelo 2013, Suertes del Marqués (DO Valle de la Orotava)

Mencia: El Castañal 2015, Casar de Burbia (DO Bierzo)

Merenzao: Algueira Risco 2015, Adega Algueira (DO Ribeira Sacra)

Garnacha Calabrés: Cámbrico Calabrés 2010, Viñas del Cámbrico (VC Sierra de Salamanca)

Garnacha Tintorera: La Senda del Diablo 2015, Losado Vinos de Finca (DO Bierzo)

Monastrell: Casa Castillo Pie Franco 214, Casa Castillo Viticultores Cosecheros (DO Jumilla)

Bobal: Quincha Corral 2009, Mustiguillo Bodega y Viñedos (VP El Terrerazo)

Garnacha: St. Antoni de Scala Dei 2013, Cellers de Scala Dei, (DOCa Priorat)

Cariñena: Mas Doix 1902 Centenary Carignan, Celler Mas Doix (DOCa Priorat)

Beim anschliessenden Mittagessen wurde das Konzept der Weine weitergezogen und mit raffiniert spanischen Speisen vermählt. Dabei wurden folgende zwei Cavas und vier Weine serviert:

Die Cavas 

Xarel.lo: Sabaté i Coca Reserva Familiar Cava de Paraje Calificado 2010, Finca Sabté i Coca Castellroig (DO Cava)

Monastrell: AA Mirgin Laieta Rosé 2014, Alta Alella – Mirgin (DO Cava)

Die Weine 

Merseguera: Finca Calvestra Merseguera 2014, Mustiguillo Bodega y Viñedos (VP El Terrerazo)

Rufete: Cámbrico Rufete 2011, Viñas del Cámbrico (VC Sierra de Salamanca)

Caíño Tinto: Zarate Caíño Tinto 2016, Bodega Zarate (DO Rías Baixas)

Tempranillo u.a.: El Anejón de la Cuesta de las Liebres 2010, Pago de Carraovejas Finca y Bodega (DO Ribera del Duero)

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